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Die Marke Innocent: Vor Verzehr bitte Mütze abnehmen!

Mittwoch, 20. März 2013 | Autor:

strickkampagne-innocent3Wenn Sie in den nächsten Tagen auf Ihrem Streifzug durch den Supermarkt zufällig am Kühlregal vorbeikommen, könnte es passieren, dass Ihr Blick an etwas Ungewöhnlichem hängen bleibt… Die Frucht-Smoothies der Marke Innocent tragen nämlich neuerdings nicht nur einen Deckel. sondern zusätzlich bunt-fröhliche Strickmützchen auf dem Flaschenhals… So warm eingepackt scheint es ja fast, als hätte sich das Produkt seinem natürlichen Lebenraum im Supermarkt angepasst. Aber die niederigen Temperaturen im Kühlregal scheinen wohl kaum der Grund für diese Aktion zu sein.

Was steckt also hinter der Aktion?

Das Ganze ist eine Zusammenarbeit zwischen der Marke Innocent, dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und womöglich auch Ihnen.

Der Deal: unter dem Stichwort „Das große Stricken“ war nämlich der Verbraucher seit August 2012 aufgerufen selbst gestrickte Mini-Mützchen an Innocent zu senden. Nach dem Motto jedes Mützchen findet seinen Deckel, packten dann die Mitarbeiter des Fruchtsaft-Herstellers die Woll-Unikate auf die Fläschchen und sorgten dafür, dass sie so gut eingepackt im Kühlregal landeten. Und wenn nun einer der Mützchen-Träger über die Supermakt-Kasse wandert, spendet Innocent 30 Cent an das DRK, das mit den Spenden wiederum dafür sorgt, dass ältere Menschen warm und wohlbehalten durch kommen.

So haben alle etwas von der Aktion: die Teilnehmer Freude am Häkeln, das DRK eine höhere Spendensumme und die Käufer eine lustige Produkt-Deko.

Fehlt noch jemand in der Aufzählung?

strickkampagne-innocent2Ach ja: die Marke Innocent selbst. Nun, die hat dank der Strick-Accessoires eine äußerst gelungene Marketing-Aktion. Ein passender Name für die Kampagne wäre zum Beispiel „Aller guten Marketing-Effekte sind Drei“. Denn Innocent profitiert nicht nur von einem Vorteil, sondern – Sie ahnen es wahrscheinlich schon – gleich von drei:

Vorteil Nr. 1: Der involvierte Verbraucher

Schon zum zweiten Mal rief der Smoothie-Hersteller zum „Großen stricken“ auf. Nach Auskunft der Marke kam die Mitmach-Aktion sehr gut an und hatte einen Rücklauf von 201.268 gestrickten Mützchen.

Eigentlich keine große Überraschung, wnen man bedenkt, dass das Häkel-Fieber derzeit um sich greift. Und wenn Verwendte und Freunde schon mit sämtlichen Strick-Accessoires ausgestattet sind, warum dann nicht auch mal für einen Smoothei stricken. Noch dazu, wenn man mit seiner Maschen-Kunst auch noch einen guten Zweck unterstützten kann!

Und was hat Innocent davon, wenn sie Strichwütigen einen guten Anlass bietet, um sich mal so richtig austoben?

Die Marke bringt sich ins Gespräch – unter anderem weil „Das große Stricken“ auch mit einer Social-Media-Kampagne verknüpft. Die Facebook-Seite von innocent gleicht beispielsweise einer Galerie für Mützen-Bilder: Teilnehmer präsentieren stolz ihre fertigen Häkel-Werke und Produkt-Käufer halten visuell fest, was sich mit den erworbenen Mützchen so alles anstellen lässt. Das dürfte Innocent freuen: denn jeder der die Strick-Aktion unterstützt oder gar weiterempfiehlt, wird gleichzeitig auch zum Markenbotschafter!

Vorteil Nr. 2: Das gestärkte Image

Es scheint einen Marketing-Konsens darüber zu geben, dass eine gesundheitsbewusste Zielgruppe großen Wert darauf legt, dass die eigene Gesundheitskampagne nicht auf Kosten der Umwelt geht. Wie viele andere Lebensmittel-Marken will deshalb auch Innocent mit seinen Produkten die Welt ein kleines bisschen besser machen. Und zwar nicht nur, indem das Unternehmen dafür Sorge trägt, dass der Konsumenz auf seine tägliche Portion Obst mit nur einem Flascheninhalt kommt, sondern darüber hinaus achtet die Marke auch auf eine umweltfreundliche Verpackung und eine nachhaltige Produktion der Smoothies.

Was würde dieses Weltverbessrer-Image also besser unterstützen, als eine Kooperation mit einem gemeinnützigen Verein und ein öffentlichkeitswirksames soziales Engagement?

Und dieses war erst der zweite Marketing-Streich, doch der dritte folgt sogleich…

Vorteil Nr. 3: Das aufgemützte Verpackungs-Design

Der letzte Vorteil ist wohl der offensichtlichste Effekt von allen: denn durch die Mützchen-Aktion hat innocent nicht nur Kunden involviert und mit einer guten Tat das Markenimage gestärkt, sondern auch noch dafür gesorgt, dass die Produkte durch das winterliche Mode-Accessoire ein echter Hingucker im Kühlregal sind… Das Produkt fällt auf – selbst wenn man nicht weiß, dass eine Mitmach-Aktion für die neue Aufmachung verantwortlich ist!

Wir als Werbeagentur für Markentwicklung sind begeistert von dieser rundum gelungenen Marketing-Aktion der Marke Innocent! Die Bindung des bereits bestehenden Kundenstamms, die Gewinnung von Neukunden und die regelmäßige Stärkung des Marken-Images bilden wichtige Herausforderungen in der Markenarbeit.

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Below the line – Werbung über oder unter der Linie?

Freitag, 6. März 2009 | Autor:

Noch so ein typischer, englischer Werbebegriff. Dabei könnten wir so wunderschöne, deutsche Begriffe dafür erfinden, wie:

Die „Nicht-Ganz-So-Offensichtlich-Kampagne“ oder die „IndirektStrategie“…..

Aber den Begriff below-the-line 1:1 ins Deutsche zu übersetzen macht keinen Sinn: „Unter der Linie“. Unter welcher Linie? Der Gürtelline?

Die Erklärung: Typische below-the-line Kampagnen sind ganz einfach solche Werbemaßnahmen, die nicht-klassisch (z.B. Anzeigen, TV-Spot) sind. Dazu gehören z.B:

– Öffentlichkeitsarbeit

– Sponsoring / Eventmarketing

– Productplacement

– Gewinnspiele

– Verkaufsförderung / persönlicher Verkauf

Eigentlich gehört auch die Onlinewerbung noch zur below-the-line Abteilung, ich bin jedoch der Meinung, dass hier kein Unterschied mehr zur klassischen „Anzeigenschaltung“ besteht. Unter below-the-line gehört aber gewiss die Platzierung von Informationen in Blogs.

Thema: Wissenswertes & Agentursprache | Beitrag kommentieren

Sex sells! – FriendScout24 schickt Flitzer ins Stadion

Montag, 2. März 2009 | Autor:

Am vergangen Wochenende bekamen die Fans in der Allianz Arena einen besonderen Augenschmaus zu sehen!

Kurz vor Anpfiff des 2. Liga Spiels TSV 1860 München gegen den FC St. Pauli stürmten zwei Flitzer auf den Rasen, trafen sich am Mittelkreis und knutschten leidenschaftlich. Beide im Bodypainting-Style! Der Mann im St. Pauli und die Frau im 1860er Trikot. Mal eine witzige und ungewöhnliche Marketingaktion!

FriendScout24 hatte die beiden Flitzer gecastet. Mit Erlaubnis von 1860 wurden die beiden Schauspieler auf den Rasen geschickt.

Ich bin mal gespannt, wie die Resonanz darauf wird. Derzeit ist im Internet noch nicht viel zum Thema zu finden. Nicht mal bei YouTube. Aber den Löwen hat es wohl genützt, die haben 5:1 gewonnen!

Link zur friendscout24-Kampagne

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Xing heißt jetzt Crossing

Freitag, 6. Februar 2009 | Autor:

Ein schönes Beispiel für Virales Marketing (VM). Die Social Network Community Xing.com hat sich weltweit Ihren Namen „XING“ schützen lassen, wie sich das für ein multinationals Unternehmen gehört.

xingIn den USA kam dann dieser „Bericht“ in die Medien (siehe unten).

Zur Erläuterung: In Amerika wird der Begriff Xing als Abkürzung für Crossing (das X soll dabei die Kreuzung andeuten) als Strassenschild verwendet. Die „Reportage“ behauptet nun, dass Millionen amerikanischer Steuergelder aufgewendet werden müssen, um überall die Schilder und Strassenmarkierungen zu ändern, weil ein europäisches Unternehmen den Namen Xing auch in den USA gesetzlich geschütz habe. Der Bericht des TV-Senders ist sehr gut gemacht, nichts deutet direkt auf ein Fake hin (außer das es natürlich rechtlich Quatsch ist).

So ist Xing in den Medien, alle hatten seinen Spaß und – kompliment – es hat funktioniert.

Leider hat die Sache einen Haken. Viele verstehen nicht, dass es sich um einen Spaß (Witz, Joke, Fake) handelt, sondern glauben die Story. Da prügeln Amerikaner auf die Europäer ein und die deutschen Nichtversteher kontern mit „auch ihr müsst euch an die Gesetze halten“. Ein Spaß läuft aus dem Ruder.

Das große Problem an der Geschichte: Die Leute, die den Witz nicht sofort verstanden haben, fühlen sich so böse enttarnt, dass sie nicht mit einem Lächeln auf die Aufklärung reagieren, sondern virales Marketing voll doof finden, Xing sowieso früher besser war und „man nun lieber aus dem Netzwerk austreten will“.

Da Xing eine Business Community ist, werden sicher die allermeisten Mitglieder den Spot verstanden haben und einfach nur amüsiert lächeln.

YouTube Preview Image

Thema: Allgemeines | 2 Kommentare