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Xing heißt jetzt Crossing

Freitag, 6. Februar 2009 | Autor:

Ein schönes Beispiel für Virales Marketing (VM). Die Social Network Community Xing.com hat sich weltweit Ihren Namen “XING” schützen lassen, wie sich das für ein multinationals Unternehmen gehört.

xingIn den USA kam dann dieser “Bericht” in die Medien (siehe unten).

Zur Erläuterung: In Amerika wird der Begriff Xing als Abkürzung für Crossing (das X soll dabei die Kreuzung andeuten) als Strassenschild verwendet. Die “Reportage” behauptet nun, dass Millionen amerikanischer Steuergelder aufgewendet werden müssen, um überall die Schilder und Strassenmarkierungen zu ändern, weil ein europäisches Unternehmen den Namen Xing auch in den USA gesetzlich geschütz habe. Der Bericht des TV-Senders ist sehr gut gemacht, nichts deutet direkt auf ein Fake hin (außer das es natürlich rechtlich Quatsch ist).

So ist Xing in den Medien, alle hatten seinen Spaß und – kompliment – es hat funktioniert.

Leider hat die Sache einen Haken. Viele verstehen nicht, dass es sich um einen Spaß (Witz, Joke, Fake) handelt, sondern glauben die Story. Da prügeln Amerikaner auf die Europäer ein und die deutschen Nichtversteher kontern mit “auch ihr müsst euch an die Gesetze halten”. Ein Spaß läuft aus dem Ruder.

Das große Problem an der Geschichte: Die Leute, die den Witz nicht sofort verstanden haben, fühlen sich so böse enttarnt, dass sie nicht mit einem Lächeln auf die Aufklärung reagieren, sondern virales Marketing voll doof finden, Xing sowieso früher besser war und “man nun lieber aus dem Netzwerk austreten will”.

Da Xing eine Business Community ist, werden sicher die allermeisten Mitglieder den Spot verstanden haben und einfach nur amüsiert lächeln.

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Microsoft Surface – Sexy wie Apple – TheorieTisch

Mittwoch, 21. Januar 2009 | Autor:

Was uns Microsoft in diesem Spot zeigt (Microsoft Surface) haben wir alle schonmal in irgendwelche Sience Fiction Filmen gesehen. Und in der realen Welt beim Apple iPhone.

Microsoft möchte Sexy sein. Sexy wie Apple.

Und Microsoft möchte demonstrieren was man mit Windows 7 alles anstellen kann. Und das ohne überhaupt Windows 7 (dem Nachfolger von Windows Vista) zu erwähnen.

Microsoft möchte Lust auf mehr machen. Auf die Zukunft. Auch ein neues Betriebssystem. Auf neue Produkte und Anwendungen. Ein Betriebssystem für jeden Spieltisch im Casino. Und Brettspiele kann man ja auch gleich in den Wohnzimmertisch von Millionen Haushalten einbauen. Dank Microsoft. Und es wird kein Raum und keine Anwendung geben, die nicht mit einem Touchscreen bedient werden kann. Wir müssen es nur lernen.

Mircosoft packt diese Botschaft jedoch nicht in einen “so wird die Zukunft aussehen Spot”, sondern in ein Produkt. Eben Microsoft Surface. Ein Tisch mit eingebautem Highspeed PC, Microsoft Betriebssystem und einem für Gesten empfindlichen Bildschirm, wie wir ihn von Apple iPhone bereits kennen.

Jetzt dürfen die Entwickler damit spielen und Anwendungen schreiben. Für einen 10.000$ Tisch. Der Aufwand scheint sich zu lohnen, schließlich kann die (teure) Spezialanwendung dann mit dem teuren Tisch gleich an die Unternehmen verkauft werden, die das brauchen (und sich das leisten können).

Und so ganz nebenbei entstehen fertige Software Produkte und Spezialisten die sich mit dieser Technik auseinander gesetzt haben. Und das braucht man, wenn die Technik nächstes Jahr als Windows 7 und normalen Notebooks und kleinen preiswerten Bildschirmen auf den Markt kommt. Hoffen wir, dass die Rechnenpower dann dafür reicht….

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Der Streisand-Effekt

Sonntag, 16. November 2008 | Autor:

Mit Marketing habe ich eigentlich wenig am Hut. Allerdings fasziniert mich das Instrument immer dann, wenn entweder mit geringen Mitteln ein Ziel erreicht wird (z.B. Guerilla Marketing) oder aber ein Schuß nach hinten losgeht.

Dabei kann der negative Effekt einer Marktingskampagne durch eine schlechte Ausführung hervorgerufen werden. Oder aber eine Information wird erst dadurch zu einer (ungewollten) Marketing-Kampagne, weil man unbedingt verhindern will, dass es eine Information verbreitet wird.

Bestes und jüngstes Beispiel ist der die von Lutz Heilmann (MdB, die Linke) durchgesetzte einstweilige Verfügung beim Landgericht Lübeck: Der Wikipedia Deutschland e.V. wird es untersagt die Webseite Wikipedia.de ins Netz zu stellen, solange die kritischen Äußerungen auf der offiziellen Wikipedia Webseite über Lutz Heilmann zu seiner Stasi Vergangenheit nicht zurückgenommen werden. Nun liegt es natürlich nicht in der Macht von dem Verein Wikipedia Deutschland auf die Wikipedia Foundation Einfluß zu nehmen. Trotzdem musste die Seite vom Netz.

Da die Themen Pressefreiheit und Meinungsfreiheit von der Internetgemeinschaft aber sehr Ernst genommen werden, tritt nun der sogenannte Streisand-Effekt ein: In allen wichtigen Blogs Deutschlands wird nun über die einstweilige Verfügung und die Stasi-Vergangenheit von Lutz Heilman berichtet. Auch die großen Medienkonzerne (Beispiel Spiegel.de) greifen nun das Thema gerne wieder auf, welches Medial eigentlich schon 2005 abgeschlossen war.

Der Streisand-Effekt hat seinen Namen von einer Aktion der Schauspielerin Barbara Streisand, die verhindern wollte, dass Luftaufnahmen Ihres Anwesens in Kalifornien auf der Homepage von Pictopia.com gezeigt werden. Auf der Seite von Pictopia.com wurden damals 12.000 Fotos von der Küste Kaliforniens dargestellt. Doch erst die Bemühungen von Barbara Streisand - dieses eine Foto zu verbieten - sorgte dafür, dass plötzlich die ganze Welt das Foto kannte und es so unauslöschlich im Internet verbreitet wurde.

Auch in Deutschland gibt es schon mehrere Beispiele für Mißlungene Aktionen die Pressfreiheit einzuschränken. So weiß seit dem Versuch von Atze Schröder mit der einstweiligen Verfügung gegen den Weser-Kurier vom 20. Dezember 2006 zur Unterlassung der Klarstellung seines bürgerlichen Namens, nun Jeder den echten Namen von Atze Schröder – oder findet ihn im Internet. Vor der Aktion hatte sich wohl kaum jemand dafür interessiert.

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