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Marke Settele und die Sache mit dem „HerrgottsBscheißerle“

Donnerstag, 20. Februar 2014 | Autor:

Erwarten Mann und Frau Nachwuchs, so haben sie in aller Regel 9 Monate lang Zeit sich darüber Gedanken zu machen, wie denn ihr Baby heißen soll.

Die methodischen Vorgehensweisen sind dabei äußerst vielseitig.

Die einen bevorzugen für ihren Sprössling einen Namen, der – zumindest bei genauem Hinhören – gleich einen Hinweis auf die regionale Herkunft liefert, wie bspw. Josef oder Malte. Andere Elternpaare entpuppen sich dagegen mit Namen wie Savannah oder Dakota als äußerst experimentierfreudig und sorgen gleich von Anfang an dafür, dass das geliebte Töchterlein bzw. Söhnchen stets mit ausreichend Gesprächsstoff versorgt ist (=> „Ach das ist ja ein interessanter Name“, etc.).

Bei Produktnamen ist das nicht viel anders…

Unternehmen haben zwar nicht ganz so viel Zeit, sich auf den Zuwachs in ihrer Produktpalette vorzubereiten. Doch auch hier finden sich einige – strategisch äußerst interessante – Ansätze um einen aussagekräftigen Produktnamen zu entwickeln…

Nehmen wir zum Beispiel den Automobilhersteller BMW. Schon bei der Entwicklung des Markennamens setzte das Unternehmen auf die Übersichtlichkeit und den leicht-eingängigen Charakter eines Akronyms und verwandelte die „Bayerischen Motoren Werke “ in – nun ja – BMW eben.

Und auch bei der Namensgebung der Produkte bleibt die Marke ihrer Linie treu: Ob sich der Verbraucher nun eher zur 1er, 3er, 5er, 7er,… -Reihe hingezogen fühlt, bleibt eine Frage des individuellen Geschmacks. Aber auf diese schlichte alphanumerische (Produkt-)Nomenklatur von BMW wird sich der Marken-Fan auch in Zukunft verlassen können.

Ein Name sagt mehr als 1000 Bilder…

Andere Marken bevorzugen eher bildhaftere Namensvarianten, wie beispielsweise der Süßwaren-Hersteller Storck. Dieser bewies unternehmerisches Geschick und kreierte gleich mal einen Produktnamen inklusive absatzfördernder Funktion: Seit 1962 heißen die wohl allseits bekannten Bonbons „nimm2“.

Wieder andere Unternehmen punkten aktuell beim Verbraucher mit einem Produktnamen, bei dem man sich erst mal vergewissern muss, ob man sich denn auch nicht verhört bzw. verlesen hat.

Herrgotts-Was…?

Seit einigen Wochen bietet Settele seinen Kunden auch eine „traditionelle Urmaultasche“ mit dem klangvollen Namen HerrgottsBscheißerle. Das entspricht zwar eigentlich nicht ganz der sprachlichen Etikette, passt aber wunderbar zur Positionierung des schwäbischen Spätzle-Spezialisten und verrät auch gleich noch was über die Herkunft der Maultasche.

Glaubt man nämlich der Legend, ist das schwäbische Gericht eine Erfindung der Mönche des Klosters Maulbronn. Diese wollten in der Fastenzeit das Fleisch vor dem lieben Herrgott verstecken und verpackten es kurzerhand in einen Teigmantel. Im Volksmund führte diese ausgefuchste Täuschungs-Taktik so zum Beinamen „HerrgottsBscheißerle“.

Fazit: Das HerrgottsBscheißerle macht nicht nur die Marke Settele sympathisch, sondern zugleich auch noch neugierig aufs Produkt… – Name gut, alles gut! 😉

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Thema: Logo + Marke

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Ein Kommentar

  1. 1
    NOMEN est Omen 

    Der Name „HerrgottsBescheißerle“ ist zwar durchaus sympathisch, allerdings wird er so manchem schwer über die Lippen gehen. Zudem ist er schwieirig zu schreiben und sehr lang. Dennoch bleibt er natürlich im Ohr. Meine Daumen sind auf halben Wege nach oben.

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